Geschichte der Britischen Monarchie Wiki
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Die Pikten waren eine Konföderation von Menschen, die während der späten Eisenzeit und dem Frühmittelalter im heuten nördlichen und östlichen Schottland lebten. Ihr Name erscheint in Berichten aus der Spätantike bis zum 10. Jahrhundert, wo sie vermutlich mit den Gälen verschmolzen. Ihre Sprache ähnelte der der keltischen Briten, die im Süden Britanniens lebten.

Die Pikten waren vermutlich die Nachfahren der Caledonii und anderer Stämme, die von römischen Historikern und auf der Weltkarte von Ptolemäus erwähnt werden. Das Piktenland, in einigen Quellen auch Pictavia genannt, verschmolz Stück für Stück mit dem gälischen Reich Dal Riata, um das Königreich Alba (Schottland) zu bilden. Als Alba sich ausbreitete, absorbierte es das Königreich Strathclyde und das northumbrische Lothian, so dass bis zum 11. Jh. die piktische Identität zum Zusammenschluss der Schotten geworden war.

Geschichte[]

Eine piktische Konföderation bildete sich in der Spätantike aus einer Reihe von Stämmen - wie und warum ist nicht bekannt. Einige Gelehrte spekulieren, dass es zum Teil als Antwort auf das wachsende römische Imperium geschah. Die Pictish Chronicle, die Angelsächsische Chronik und die frühen Geschichtsschreiber wie Isidore von Sevillia, Servius, Beda Venerabilis, Geoffrey of Monmouth, Holinshed und weitere zeigen die Pikten alle als Eroberer von Alba von Scythia aus. In der heutigen Zeit besitzt diese Theorie jedoch wenig Glaubwürdigkeit.

Das Piktenland wurde zuvor von römischen Schreibern und Geographen als Heimat der Caledonii bezeichnet. diese Römer bezeichneten die dort lebenden Stämme auch als Verturionen, Taexali und Venicones. Vermutlich erfuhren sie diese Namen jedoch nur aus zweiter oder dritter Hand, von Sprechern der britonischen oder gälischen Sprache, die für die gleichen Gruppen eher andere Namen benutzten.

Die Aufzeichnung der piktischen Geschichte begann in den Dark Ages. Zu dieser Zeit kontrollierten die Gälen von Dal Riata das heutige Argyll, das zu dieser Zeit ein Teil eines Reiches war, das sich über das Meer zwischen Britannien und Irland erstreckte. Die Angeln von Bernicia, die mit Deira zu Northumbria verschmolzen, übernahmen die angrenzenden britischen Königreiche und für den Großteil des 7. Jahrhunderts war Northumbria das mächtigste Reich in Britannien. Die Pikten waren vermutlich tributpflichtig gegenüber Northumbria bis zur Herrschaftszeit von Bridei III mac Beli, gegen den die Angeln 685 in der Schlacht von Dun Nechtain eine Niederlage erlitten, die ihre nördliche Expansion aufhielt. Die Northumbrier dominierten weiterhin das südliche Schottland für die restliche Zeit der Pikten.

Dal Riata war eines der Territorien des piktischen Königs Angus I mac Fergus während seiner Herrschaftszeit 729 bis 761, und obwohl es Anfang der 760er Jahre seinen eigenen König hatte, scheint es seine politische Unabhängigkeit nicht zurück erlangt zu haben. Ein späterer piktischer König, Constantine mac Fergus (793 bis 820) setzte seinen Sohn Domnall mac Constantine auf den Thron von Dal Riata (811 bis 835). Piktische Versuche, eine ähnliche Dominanz über die Briten von Alt Clut zu erreichen, waren nicht erfolgreich.

Das Wikingerzeitalter brachte große Veränderungen in Britannien und Irland, und auch nicht weniger in Schottland, da die Wikinger die Inseln und verschiedene Gebiete auf dem Hauptland besetzten wie Caithness, Sutherland und Galloway. Mitte des 9. Jh. soll Ketil Flachnase das Königreich der Inseln gegründet haben, und Ende dieses Jahrhunderts hatten die Wikinger Northumbria zerstört, Strathclyde stark geschwächt und das Königreich Jorvik gegründet. 839 töteten die Wikinger in einer Großen Schlacht Eogan mac Oengusa von Fortriu, Aed mac Boanta von Dal Riata und viele andere. Danach wurde Kenneth I mac Alpin während der 840er Jahre König der Pikten.

Während der Herrschaft seines Enkels Constantine II mac Aed (900 bis 943) begannen Außenstehende die Region als Königreich Alba zu bezeichnen, doch es ist nicht bekannt, ob dies daran lag, weil ein neues Königreich entstanden war, oder ob es einfach eine stärkere Annäherung an den piktischen Namen der Pikten war. Die Piktische Sprache verschwand nicht plötzlich, ein Prozess der gälisierung (der vermutlich schon Generationen zuvor eingesetzt hatte) geschah eindeutig während der Herrschaft von Caustatin und seiner Nachfolger. An einem bestimmten Punkt, möglicherweise im 11. Jh. waren alle Bewohner des nördlichen Alba vollständig gälisierte schotten geworden und die piktische Identität war vergessen. Später wurde die Idee von den Pikten als Stamm in Mythen und Legenden wiederbelebt.

Könige und Königreiche[]

Pictish kingdoms with Fidach.png

Die früheste Geschichte des Piktenlandes ist unklar. In späterer Zeit existierten mehrere Könige, die über einzelne Reiche regierten, mit einem, manchmal zwei Königen, die ihre Nachbarn mehr oder weniger dominierten. Das De Situ Albanie, die Pictish Chronicle, das Duan Albanach und irische Legenden wurden benutzt, um über die Existenz folgender sieben piktischer Königreiche zu diskutieren. Die fett gedruckten hatten bekannte Könige, oder sind anders belegt.

  • Cait, oder Cat, befand sich im heutigen Caithness und Sutherland
  • Ce, im heutigen Mar und Buchan
  • Circinn, möglicherweise im heutigen Angus und The Mearns
  • Fib, das heute Fife, jetzt bekannt als Kingdom of Fife
  • Fidach, Lage unbekannt, aber mögllicherweise nahe Iverness
  • Fotla, das heutige Atholl (Ath-Fotla)
  • Fortriu, verwandt mit den Verturionen der Römer; kürzlich als um Moray zentriert entdeckt

Es haben noch mehr kleinere Reiche existiert. Einige Hinweise deuten an, dass ein piktisches reich in Orkney existierte. Das De Situ Albanie ist nicht die verlässlichste der Quellen und die Zahl von Reichen, einen für jeden der sieben Söhne von Cruithne, dem namensgebenden Gründer der Pikten, könnte Grund genug sein für Zweifel. Unabhängig von der genauen Anzahl von Reichen und ihrer Namen war die piktische Nation nicht vereint.

Während dem Großteil der aufgezeichneten piktischen Geschichte scheint das Königreich Fortriu dominant gewesen zu sein, so sehr, dass König von Fortriu und König der Pikten in den Annalen ein und das selbe gewesen zu sein scheinen. Fortriu glaubte man ursprünglich um Perth und das südliche Strathearn beheimatet, doch jüngste Ausgrabungen haben gezeigt, dass dass Moray das Zentrum von Fortriu war.

Irischer Legenden und Bedas Geschichte zufolge sollen die Pikten eine matrilineare Thronfolge praktiziert haben. Zur Zeit von Beda waren Bridei III mac Beli und Nechtan IV mac Derile die Könige der Pikten, Söhne von Derile, die den Thron tatsächlich durch ihre Mutter Derile, Tochter eines früheren piktischen Königs für sich beanspruchten.

In Irland erwartete man, dass die Könige von denen abstammten, die einen Urgroßvater hatten, der König gewesen war. Königliche Väter hatten nur selten ihre Söhne als Nachfolger, nicht weil die pikten eine mütterliche Nachfolge praktizierten, sondern weil sie normalerweise von ihren Brüdern oder Cousins abgelöst wurden, die mit größerer Wahrscheinlichkeit Männer mit der Autorität und der Unterstützung waren, die benötigt wurde, um König zu sein. Dies entsprach eher der Thanwahl. [1]

Während der vergehenden Jahrhunderte veränderte sich die Natur des Herrschers in nennenswerter Weise. Während frühe Könige erfolgreiche Kriegsherren sein mussten, um ihre Autorität zu bewahren, wurde die Herrschaft später viel weniger auf einen einzelnen beschränkt, sondern mehr institutionalisiert. Bürokratische Herrschaft lag noch immer weit in der Zukunft, als das Piktenland zu Alba wurde, doch die Unterstützung der Kirche und die anscheinende Fähigkeit einer kleinen Anzahl von Familien, die Herrschaft für den Großteil der Zeit ab dem 7. Jh., sorgten für einen nennenswerten Grad an Kontinuität. Zur gleichen Zeit sahen sich die Nachbarn in Dal Riata und Northumbria größeren Schwierigkeiten gegenüber, da die Stabilität der Nachfolger und Herrschaft, die sie zuvor begünstigt hatte, endete.

Die späteren Mormaer [2] sollen zu piktischen Zeiten entstanden sein und wurden vermutlich von northumbrischen Gepflogenheiten inspiriert. Es ist nicht klar, ob die Mormaer ursprünglich Könige waren, königliche Beamte oder örtliche Adlige, oder eine Kombination aus allen.

Siehe auch[]

Anmerkungen[]

  1. Thanwahl, Anführerwahl oder Wahl des designierten Thronerben/Nachfolgers war ein Brauch bei vielen keltischen Stämmen in Irland und Schottland. Der Nachfolger eines Königs wurde durch die Anführer der verschiedenen Sippen gewählt oder aber durch alle Männer des jeweiligen Clans. Der gewählte Than (Anführer, Nachfolger) musste volljährig sein, außerdem körperlich und geistig vollkommen gesund. Er wurde noch zu Lebzeiten des Königs gewählt. Starb der König, wurde der Than König und man wählte sofort einen neuen, so dass immer ein Nachfolger bereit stand.
  2. Ein schottischer Ausdruck für einen regionalen Provinzherrscher im frühmittelalterlichen Schottland. Ursprünglich bezeichnete es einen Großgrundbesitzer, Amtmann oder Verwalter. Später wandelte sich die Bedeutung zum Äquivalent des englischen Earl.
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