Geschichte der Britischen Monarchie Wiki
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Olaf Guthfrithson war ein Wikingeranführer, der im 10. Jh. Dublin und das wikingische Northumbria regierte. Er gehörte zur Dynastie der Ui Imair. Zum Zeitpunkt seines Todes wurde er von den Irischen Annalen als "König der Dänen" bezeichnet.

Geschichte[]

Olaf erscheint gesichert zum ersten mal in den zeitgenössischen Berichten im Jahr 933, als die Annalen berichten, dass er am 10. November Armagh plünderte. [1] Danach verbündete er sich mit dem Hochkönig von Ulaid und verwüstete weitere Ländereien, bis sie in einer Schlacht 204 Männer und den Großteil der Beute verloren. Ein früherer Hinweis auf einen "Sohn von Gofraid", der 928 das Kloster Kildare plünderte, könnte sich ebenfalls auf Olaf beziehen, doch es ist kein Name notiert. [2] Olafs Vater Gofraid ua Imair, König von Dublin, starb 934 und Olaf wurde sein Nachfolger. [1] [3] Im folgenden Jahr führte er einen Überfall auf Lagore crannog im County Meath durch und plünderte dann die Grabkammer in Knowth, eine Woche später. [1] [2]

Die Annalen der Vier Meister beschreiben Olaf 937 als "Herr der Fremden", [4] zu dieser Zeit zog er nach Lough Ree und nahm Amlaib Cenncairech, König von Limerick, und dessen Truppen gefangen, nachdem er deren Boote zerstört hatte. [1] [2] Dieser Konflikt kann der Rivalität zwischen den Wikingersiedlungen von Dublin und Limerick zugeschrieben werden, wobei hier Dublin den Sieg errang. Diese Periode wird als Höhepunkt des Wikingereinflusses in Irland angesehen. [2] Nachdem er seine Position in Irland gesichert hatte, wandte sich Olaf England und Northumbria zu, letzteres war von Olafs Vater regiert und 927 von Aethelstan von England erobert worden. [3] Olaf verbündete sich mit Constantine II mac Aed von Schottland, in dessen Reich Aethelstan 934 und 937 eingefallen war. [2]

Olafs und Constantines Truppen trafen in der Schlacht bei Brunanburh auf Aethelstan - das Schlachtfeld ist stark umstritten, doch man hat sich heute auf Bromborough in Cheshire geeinigt. [1] [5] Olaf und Constantine kommandierten die Wikingertruppen, während Aethelstan mit seinem Bruder Edmund I die Engländer in die Schlacht führe. Zeitgenössische Berichte deuten an, dass es auf beiden Seiten hohe Verluste gab, doch das Resultat war ein überwältigender Sieg für England. Olaf und Constantine überlebten die Schlacht und kehrten jeweils nach Irland und Schottland zurück, doch einer von Constantines Söhnen war gestorben. [2] Die Schlacht ist gut dokumentiert, mit Hinweisen in den irischen Chroniken und einer poetischen Erzählung in der Angelsächsischen Chronik. [6] [7] Die vielen Hinweise in verschiedenen Chroniken auf den ganzen britischen Inseln bestätigen die Bedeutung der Schlacht zu dieser Zeit. [2]

Die Annalen berichten von Olafs Rückkehr nach Irland im Jahr 938 und auch von einem Überfall, die er im gleichen Jahr in Kilcullen im heutigen County Kildare durchführte, wo er eintausend Gefangene gemacht haben soll. [2] Aethelstan starb im Oktober 939 und kurz danach reiste Olaf nach York, wo er sich schnell zum König von Northumbria machen konnte. Sein Cousin Amlaib Cuaran schloss sich ihm dort an und Olafs Bruder Blacaire blieb in Dublin als Regent zurück. [8] [2] Symeon of Durhams Historia Regum berichtet, dass Olaf und der neue englische König Edmund sich 939 in Leicester trafen und zu einer Übereinkunft kamen, nach der sie England zwischen sich aufteilten. [9] Dieser Frieden währte jedoch nur kurz und nur wenige Jahre später hatten die Wikinger die Five Boroughs erobert - Derby, Leicester, Lincoln, Nottingham und Stamford. [2] In der Chronik von Melrose wird für das Jahr 941 berichtet, dass Olaf eine antike anglische Kirche in Tyninghame überfiel, heute ist dort die schottische Grenze, doch zu dieser Zeit gehörte der Ort zu Northumbria. [10] [11] Dieser Angriff könnte mehr als nur ein Überfall gewesen sein und zielte möglicherweise darauf ab, eine Route durch Schottland zu sichern, die für die Kommunikation zwischen York und Dublin entscheidend war. [8] Olaf starb 941 und Amlaib Cuaran wurde sein Nachfolger in Northumbria. [2] Die Annalen nennen ihn in den Berichten über seinen Tod "König der Dänen" (Chronicon Scotorum) und "König der hellen Fremden und der dunklen Fremden" (Annalen von Clonmacnoise). [12] [13]

2005 wurde bei einer archäologischen Ausgrabung in Auldhame, East Lothian, ein Skelett gefunden. Die Grabbeigaben waren unter anderem ein Gürtel ähnlich dem, wie man ihn im Irland der Wikingerzeit trug und der andeutete, dass das Skelett eine hochgestellte Person gewesen war. Die Anwesenheit der Beigaben und das Alter des Skeletts hat zu der Spekulation geführt, dass es sich um die Überreste von Olaf handeln könnte. [14] Von Olaf ist bekannt, dass er kurz vor seinem Tod Überfälle auf Auldhame und Tyninghame durchführte. [15] Dort befinden sich zwei von mehreren Kirchen, die dem Hl. Baldred geweiht sind. Laut Woolf machen Art und Datum des Begräbnisses es sehr wahrscheinlich - obwohl das Skelett nicht definitiv als Olaf identifiziert werden kann -, dass der Verstorbene aufgrund von Olafs Angriffen in dem Gebiet 941 sein Leben verlor. Woolf vermutet außerdem, dass "es eine starke Wahrscheinlichkeit gibt, dass die Anhänger des Königs hofften, indem sie ihn auf dem Friedhof des Heiligen begruben, könnte er von einer Art nachträglicher Buße profitieren." [14]

Familie[]

Olafs Vater war Gofraid ua Imair, der zwischen 920 und 934 Dublin regierte und für kurze Zeit im Jahr 927 auch Northumbria. [2] [16] Gofraid war ein Enkel von Imar, doch sein eigener Vater ist nicht bekannt. Weitere Söhne von Gofraid waren Albann, Blacaire und Ragnall ua Imair. [2] Albann wurde 926 in einer Schlacht getötet. [2] Blacaire regierte von 939 an Dublin und Ragnall Northumbria in den Jahren 943 und 944, möglicherweise gemeinsam mit seinem Cousin Amlaib Cuaran, bis sie von Edmund I von England vertrieben wurden. [8] [2] John of Worcester (12. Jh.) behauptete, dass Olaf eine Tochter von Constantine II mac Aed von Schottland geheiratet hatte, irgendwann vor 937, doch dieser Hinweis wird als wenig verlässlich angesehen. [2] Roger of Wendover (13. Jh.) schrieb, dass Olaf Aldgyth geheiratet hatte, die Tochter eines northumbrischen Earl namens Orm, als Resultat der Übereinkunft von Leicester zwischen Olaf und König Edmund. [9]

Einer der Söhne von Olaf war Camman mac Amlaib. Die Annalen von Ulster berichten, dass er 960 an einem Ort namens Dub besiegt wurde. Camman könnte einer der meic Amlaib (Söhne von Olaf) gewesen sein, die die Annalen der Vier Meister 962 erwähnen. [2] [17] [18] Laut diesem Bericht kamen die Söhne von Olaf und die Ladgmanns (Sheriffs oder Gesetzeshüter) nach Irland und plünderten dort. Danach zogen die Ladgmanns nach Münster und rächten ihren Bruder Oin. Sie plünderten weiter und wurden dann von den irischen Ui Liathain besiegt, wobei 365 von ihnen starben. Im gleichen Jahr führte ein namentlich nicht bekannter Sohn von Olaf einen Überfall auf Anglesey und Britannien durch. [2] [18] Camman könnte identisch sein mit Sitriuc Cam, der 962 einen Seeangriff auf Ui Cholgain führte, aber fliehen musste, nachdem die Anwohner einige seiner Männer getötet hatten. Ein gewisser Gofraid mac Amlaib erscheint in den Annalen mit dem Bericht seines Todes 963 und könnte ein Sohn von Olaf oder Olaf Cuaran gewesen sein. [2] Die Annalen von Clonmacnoise schreiben von einem Imar, ein "Sohn des Königs", der zu den Toten von Brunanburh gehörte und ein Sohn von Olaf gewesen sein könnte, doch der Ursprung der Liste, die seinen Namen enthält, ist nicht gesichert. [13] [2]

Stammbaum[]

  1. Imar
    1. Barid mac Imair
    2. Sichfrith mac Imair
    3. Sitriuc mac Imair
    4. ?
      1. Sitric CaechEdith of Polesworth
        1. Amlaib Cuaran
      2. Imar ua Imair
      3. Ragnall ua Imair
      4. Amlaib
      5. Gofraid ua Imair
        1. ♔ (Amlaib) Olaf Guthfrithson ⚭ (?) NN, Tochter von ♔ Constantine II mac Aed von Schottland; ⚭ (?) Aldgyth, Tochter von Earl Orm
          1. Camman mac Amlaib
          2. Gofraid mac Amlaib
          3. Imar mac Amlaib
        2. Albann (✝ 926)
        3. Ragnall Guthfrithson
        4. ♔ Blacaire mac Gofraid

Anmerkungen[]

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 Hudson, Benjamin (2004). "Óláf Guthfrithson (d. 941)". Oxford Dictionary of National Biography
  2. 2,00 2,01 2,02 2,03 2,04 2,05 2,06 2,07 2,08 2,09 2,10 2,11 2,12 2,13 2,14 2,15 2,16 2,17 2,18 2,19 Downham, Clare (2007). Viking Kings of Britain and Ireland: The Dynasty of Ívarr to A.D. 1014
  3. 3,0 3,1 Cannon, John (21 May 2009). A Dictionary of British History
  4. Annalen der Vier Meister, Jahr 937
  5. Roffe, David (2012). The English and Their Legacy, 900-1200: Essays in Honour of Ann Williams
  6. Annalen der Vier Meister, Jahr 938
  7. Thorpe, B., ed. (1861). The Anglo-Saxon Chronicle
  8. 8,0 8,1 8,2 Forte, Angelo; Oram, Richard; Pedersen, Frederik (5 May 2005). Viking Empires
  9. 9,0 9,1 Harper-Bill, Christopher (1998). Proceedings of the Battle Conference in Dublin, 1997
  10. Stevenson, Joseph, ed. (1853). The Church Historians of England
  11. Stenton, Frank (7 June 2001). Anglo-Saxon England
  12. Chronicon Scotorum, Jahr 941
  13. 13,0 13,1 Murphy, D., ed. (1896). The Annals of Clonmacnoise
  14. 14,0 14,1 "Skeleton discovered may be Viking King Olaf Guthfrithsson". Heritage Daily. 30 May 2014
  15. "East Lothian skeleton may be 10th Century Irish Viking king". BBC News. 30 May 2014
  16. Hart, Cyril (2004). "Sihtric Cáech (d. 927)". Oxford Dictionary of National Biography
  17. Annalen von Ulster, Jahr 960
  18. 18,0 18,1 Annalen der Vier Meister, Jahr 962
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